Trautes Heim, Glück allein?

Das historische Zinstief stärkt den Immobilienwunsch bei immer mehr Menschen. Nicht zu vergessen ist, dass die Finanzierung einer Wohnung oder eines Hauses kein Kinderspiel ist. Foto: djd/BVR/thx

Worauf es bei der Finanzierung einer Immobilie ankommt

Aufgrund der außergewöhnlich niedrigen Zinsen wollen sich viele Menschen den Traum von der eigenen Immobilie erfüllen. Sie soll dabei nicht nur als Wohnraum dienen, sondern auch wesentlicher Bestandteil privater Altersvorsorge sein. „Die Finanzierung einer Immobilie ist ein großes Vorhaben und ein entscheidender Schritt im Leben, der eine umfassende Information und Beratung voraussetzt“, betont Stefan Lehmann vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Möglichst viel Eigenkapital einbringen

Um eine Immobilie zu finanzieren, ist das Eigenkapital ein wichtiger Bestandteil. Denn je höher das Darlehen für den Kauf der Immobilie ist, desto teurer ist auch die Finanzierung. Eine Faustregel besagt, dass bei der Finanzierung einer Immobilie mindestens 20 Prozent Eigenkapital vorhanden sein sollten. Dazu zählen etwa Guthaben auf einem Sparbuch, einem Tagesgeldkonto, im Bausparvertrag oder in Fonds. Bereits bis zu 36 Monate vor Ablauf der ersten Finanzierung kann man sich die Zinsen für die Anschlussfinanzierung über ein sogenanntes Forwarddarlehen sichern. „So können sich Kreditnehmer effektiv vor dem Risiko steigender Zinsen schützen“, erklärt Lehmann.

 Die Finanzierung ist ein großes Vorhaben und ein entscheidender Schritt im Leben, der wohlüberlegt sein will. Foto: djd/BVR/Corbis

Die Finanzierung ist ein großes Vorhaben und ein entscheidender Schritt im Leben, der wohlüberlegt sein will. Foto: djd/BVR/Corbis

Nebenkosten berücksichtigen

Zusätzlich zum Kaufpreis der Immobilie müssen auch anfallende Nebenkosten einkalkuliert werden. Meist sind diese Kosten – etwa für Makler und Notar, für die Grunderwerbsteuer und die Grundschuldeintragung – durch Eigenkapital abzudecken. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro rechnen Experten mit bis zu 45.000 Euro Nebenkosten. „Zudem müssen auch später monatlich nicht nur die Kosten der Finanzierung, sondern auch die Nebenkosten aufgebracht werden“, erklärt Immobilienexperte Lehmann. So würden Ausgaben für Strom, Wasser, Energie sowie Versicherungen und auch die jährliche Grundsteuer zu Buche schlagen. Beim Kauf einer Wohnung sei monatlich zudem das sogenannte Hausgeld einzukalkulieren: „Es wird für die Finanzierung der Betriebs-, Heiz- und Verwaltungskosten sowie für die notwendige Instandhaltungsrücklage verwendet.“

Die richtige Finanzierungsform finden

Bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken beispielsweise erfolgt die Beratung von Immobilieninteressenten in vier Schritten. Nachdem der Kunde seine Ziele und Wünsche genannt hat, wird die Ausgangssituation gründlich analysiert. Auf dieser Basis werden Vorschläge für eine Finanzierungslösung unterbreitet. Im vierten Schritt erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der persönlichen Lebensumstände und gegebenenfalls eine Anpassung der Finanzierung.

 

20.10.16 – djd