Schleichender Prozess

Wer sich bei Gesprächen unwohl fühlt oder oft nachfragen muss, sollte durch einen Hörspezialisten die Notwendigkeit eines Hörgerätes oder Implantates abklären lassen. Foto: djd/www.ich-will-hoeren.de
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Ein Hörverlust wird von den Betroffenen oft erst sehr spät wahrgenommen

Wenn man sein Gegenüber im Restaurant oder am Telefon nicht richtig versteht oder öfter der Fernseher lauter gestellt werden muss, können dies erste Anzeichen dafür sein, dass sich ein Hörverlust eingestellt hat. Das Gefährliche daran: Dabei handelt es sich um einen schleichenden Prozess, der sich über viele Jahre hinzieht und deshalb oftmals nicht wahrgenommen wird. Die Folgen können dramatisch sein: zunehmende soziale Isolation, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, und sogar das Risiko einer frühzeitigen Demenz-Erkrankung steigt deutlich.

Jeder kann betroffen sein

Wer sich nicht sicher ist, ob sein Gehör bereits geschädigt ist, der findet beispielsweise unter www.ich-will-hoeren.de einen ersten Selbsttest, unabhängige Informationen zu Behandlungsmethoden sowie ein breites Netzwerk von Hörspezialisten in der Nähe. Alternativ berät die Initiative „Ich will hören“ auch unter Tel. 0511-5420441 und sendet kostenlos Informationsmaterial zu.

 Cochlea-Implantate helfen dort, wo Hörgeräte versagen: Sie übernehmen die Funktionen des natürlichen Hörvorgangs im Innenohr. Foto: djd/www.ich-will-hoeren.de

Cochlea-Implantate helfen dort, wo Hörgeräte versagen: Sie übernehmen die Funktionen des natürlichen Hörvorgangs im Innenohr. Foto: djd/www.ich-will-hoeren.de

Hörverlust ist im Übrigen keine Frage des Alters. Experten gehen davon aus, dass schon heute jeder fünfte Bundesbürger betroffen ist, Tendenz steigend. Sicherheit über einen eventuellen Hörverlust schafft ein Hörtest beim HNO-Arzt oder beim Hörakustiker. Die Ergebnisse werden in einer Grafik, dem sogenannten Audiogramm, dargestellt. Aus ihm kann der Hörspezialist erkennen, ob Hörgeräte helfen können.

Spezielle Implantate bei starkem Hörverlust

Bei stärkerem Hörverlust stoßen selbst leistungsfähigste Hörgeräte oft an Grenzen. Hier können sogenannte Cochlea-Implantate (CI) die Lösung sein: Sie simulieren die Funktionen des natürlichen Hörvorgangs im Innenohr elektrisch. Man kann andere Menschen wieder entspannt verstehen und zuverlässig kommunizieren. Das Implantat reicht bis in die Hörschnecke und stimuliert den Hörnerv. Vor jeder CI-Versorgung erfolgt eine umfassende Untersuchung und Beratung in einer spezialisierten Klinik. Ist die Behandlung medizinisch angebracht, übernimmt die Krankenkasse in der Regel die vollen Kosten.

04.11.16 – djd